Playerunknown’s Battlegrounds Early Access Review

  • Grafik
  • Sound
  • Gameplay
  • Multiplayer
  • Langzeitmotivation

Early Access Syndrom

Playerunknown’s Battlegrounds ist seit März diesen Jahres in der Early Access-Phase und soll noch in diesem Jahr Final werden. Damit würde es, wenn es denn klappt, etwas schaffen, dass viele Entwickler nicht geschafft haben.

Ein großes Problem bei Early Access Spielen ist, dass die Entwickler zwei Dinge unter Umständen noch gar nicht wissen:

1. Wohin will ich mit meinem Spiel?
2. Was mache ich mit dem Geld?

Vor allem wenn unverhofft sehr viel Geld durch das Early Access Konzept reingespült wird, kann das einen Entwickler schnell überfordern. Dann wird das bisher geplante Spielkonzept überdacht und der Entwickler fragt sich, was er noch ändern kann / sollte um den vielen Unterstützern (und Kritikern) gerecht zu werden. So werden eigentlich geplante Konzepte überdacht oder erweitert und statt gutem Fortschritts landet man schnell in einer Sackgasse.

Diese Probleme hat Playerunknown’s Battlegrounds allerdings von Anfang an nicht gehabt. Das Konzept war simpel und klar, die Engine stand fest und auch gab es von Anfang an Pläne für die Zukunft. Natürlich hat auch Bluehole Entertainment nicht alles richtig gemacht, die wöchentlichen Patches waren anfangs zwar eine gute Sache, mit immer schneller wachsender Fanbase und dem Druck patchen zu müssen haben sie sich übernommen. Aber Bluehole hat reagiert und stellte das Patchverhalten um.

Das Spielprinzip

Den „King of the Hill“-Spielmodus gibt es nicht erst seit PUBG, angefangen hatte es in früheren Spielen mit Last Man Standing oder Last Team Standing – dieses bewerte Spielprinzip wurde bei King of the Hill um einen weiteren Faktor erweitert: Man muss etwas einnehmen und verteidigen. In PUBG ist das die Zone. Im Gegensatz zu klassischen King of the Hill Spielen gibt es aber zu Beginn keinen „King of the Hill“, sondern jeder versucht je nach Spielmodus alleine oder mit bis zu drei Mitspielern „King of the Hill“ zu werden. Der Hill (Hügel) ist in diesem Fall der Bereich innerhalb eines sich immer weiter verkleinernden Bereiches auf der Karte.

Starten tut man mit bis zu 99 Mitspielern auf einer kleinen Insel, hier liegen alle Waffen zum testen bereit, man ist noch unsterblich und kann sein Aiming verbessern oder einfach ein wenig eskalieren. Gerade bei eingeschaltetem Voice-Chat geht es oft hier schon richtig zur Sache. Ist der Server gefüllt startet ein einminütiger Countdown und dann geht es ab in ein Flugzeug. Dieses fliegt in einem zufälligen Vektor über die Karte und man kann entscheiden wo man abspringt, wann man den Fallschirm öffnet und wie weit man sich vom Flugzeug entfernen möchte.

Wie in MOBAs wie Heroes of the Storm oder League of Legends kann das restliche Spiel dann in drei Phasen eingeteilt werden.

Early Game – Erste Ziele: Waffen, Ausrüstung, Orientieren

Gerade Neulinge sollten versuchen in Gegenden zu landen, die nicht von vielen Spielern angeflogen werden, um das Early Game erstmal in Ruhe abarbeiten zu können. Meiden sollte man folgende Punkte:

  • Flugplatz (Am besten die ganze Insel :-))
  • Den Bunker
  • Die Schule in der Mitte der Karte
  • Yasnaya Polyana
  • Pochinki
  • Das Krankenhaus
  • Den Hafen

Am besten schaut man sich einen Bereich mit nur wenigen Häusern aus, da diese für die meisten Spieler eher uninteressant sind. Hier kann man sich dann hoffentlich in Ruhe erst mal dem Looten widmen. Im Early Game geht es nämlich erst einmal um eines: Waffen und Ausrüstung finden und orientieren. Im Early Game, vor allem wenn doch noch der ein oder andere in Nähe gelandet ist, steht und fällt alles mit der zufälligen Lootverteilung von PUBG. In Militärgebäuden findet man zwar prinzipiell höherwertigeren Loot, aber es kann auch mal sein, dass im ganzen Bunker nur ein Schnellfeuergewehr zu finden ist. Findet man selbst in den ersten Sekunden oder Minuten nur eine Pistole und der Gegner ein Gewehr, ist die Runde häufig schneller vorbei als man Zeit auf der Startinsel verbracht hat.

Hat man etwas Loot gefunden und der Nahbereich ist sauber, geht es an die Orientierung. Wo bin ich? Wo muss ich hin? Und: Wie komme ich da hin?

Wichtige Faktoren hierbei sind auch hier wieder der Loot. Ist die Ausrüstung und Bewaffnung vielleicht schon so gut, dass man nicht mehr jedes Gebäude mitnehmen muss. Auch ein Fahrzeug in der Nähe kann einen entscheidenden Vorteil geben.

Fast 260 Stunden sprechen bei der Langzeitmotivation für sich.

Mid Game – In der Zone bleiben

Ausrüstung und Waffen sind akzeptabel und das wichtigste: Wir leben noch. Auf also ins Mid Game. Hier ist der entscheidende Faktor wie sich die Zone verändert. Spielt sie mit oder gegen einen?

Befindet man sich außerhalb des Kreises, also innerhalb der sogenannten „Blauen Zone“, bekommt man regelmäßig Schaden. Am Anfang des Spiels fällt dieser noch relativ gering aus, steigert sich aber, vor allem seit dem letzten Patch vom 26.10.2017, stark je häufiger die Blaue Zone schon geschrumpft ist.

Taktisch bietet PUBG hier viele Möglichkeiten. Ist man schon zentral in der Zone, kann man sich in einem Haus verschanzen, man kann „roamen“ also rumlaufen und gezielt auf Gegnerjagd gehen. Natürlich kann und sollte auch im Mid Game weiterhin Wert auf eine Verbesserung der Ausrüstung gelegt werden. Helm, Weste und Rucksack gibt es in drei Stufen. Vor allem die Weste und der Helm in Stufe 3 können einen signifikanten Vorteil geben. Auch Scopes, also Waffenvisiere mit Vergrößerung, sind ungemein Nützlich um auf weiter entfernte Gegner wirken zu können.

Wichtig: Immer die Zone im Auge behalten! Bei jeder Verkleinerung der Zone muss man sich nun für den weiteren Weg entscheiden. Movement spielt eine sehr große Rolle und entscheidet oft über Leben und Tod.

End Game – Überleben

Im Laufe des Spiels verkleinert sich der Bereich so stark, dass irgendwann kaum noch Gebäude im sicheren Bereich sind, hier starte dann langsam das End Game. In der Regel leben jetzt noch so ca. 15-20 Spieler und jetzt fängt der richtig spannende Teil erst an. Ständig hat man die Frage im Kopf, wo und über welchen Weg man sich als nächstes hin bewegt. Geländedeckung spielt hier eine wichtige Rolle, aber es gehört wie während der gesamten Runde auch eine gehörige Portion Glück dazu. Ruhiges und geplantes Vorgehen zahlt sich in der Regel aus und vor allem die Übersicht über den noch spielbaren Bereich und das wissen um die mögliche Position der restlichen Spieler kann hier Spielentscheidend sein.

Fazit

Die Grafik

PUBG nutzt die Unreal Engine und sieht Grafisch gut aus. Die Waffenmodelle sind gut getroffen und auch die Anbauteile sind detailgetreu nachgestellt. Leider wiederholen sich die Gebäude sehr stark. Gerade weil es auf der Karte nur wenige große Städte gibt, wäre hier ein wenig mehr Abwechslung wünschenswert.

Der Sound

Die Soundkulisse in PUBG besteht vor allem durch die Geräusche die die Spieler machen. Sei es mit Fahrzeugen, Schüssen, oder auch Laufgeräuschen. Das „orten“ der Schüsse und anderen Spieler ist in PUBG enorm wichtig und Bluehole Entertainment hat es geschafft, den Sound absolut klar und deutlich rüber zu bringen. Mit ein wenig Erfahrung lassen sich die Spieler sehr genau orten und auch die genutzten Waffen bei Schussabgaben lassen sich raushören. Auch in den neuen „Biomen“ Nebel und Regen ist der Sound überzeugend. Der Regen übertönt und verwischt leise Geräusche und die Atmosphäre im Nebelsetting ist auch durch den gedämpften Sound sehr gelungen.

Gameplay

Leider eines der aktuell größten Mankos aus unserer Sicht ist die Steuerung. So gut das Gunplay auch gelungen ist, so sehr stört das ewige Hängenbleiben an selbst kleinen Vorsprüngen oder Felsen. Bluehole Entertainment hat hier zwar schon angekündigt, dass eine Art „Parcour“-Feature eingebaut wird. Dieses ist aber zum Zeitpunkt dieses Early Access Reviews noch weder auf den Testservern noch im fertigen Spiel implementiert. Die Waffenhandhabung verändert sich mit neuen Anbauteilen spürbar und auch die unterschiedlichen Scopes lassen kaum Wünsche offen. Der Spielmodus macht Spaß und „Eine Runde geht noch“ ist bei uns zum Standardsatz geworden.

Durch die gelungene Mischung aus „Skill“ und „Glück“ weiß man nie, auf wen man im Endgame trifft. Ist es ein Profi mit 600 Spielstunden oder vielleicht jemand der einfach nur durch ein wenig Glück bis zum Ende überlebt hat? Dementsprechend sind auch kaum Runden stark demotivierend gewesen – es sei den sie sind durch Bugs oder ähnliches beendet worden.

Multiplayer

Der beste Teil von PUBG. Zusammen mit bis zu drei anderen Spielerinnen und Spielern macht das stürzen in die Schlacht noch mehr Laune als alleine. Absprachen sind hier das A und O. Lootverteilung wird noch wichtiger als alleine und ebenso das Movement ist mit 2-4 Spielern deutlich anders als alleine. Es gibt hier kaum etwas das wir anders machen würden. Schön wären allerdings noch größere Teams z.B. mit sechs oder acht Leuten.

Ansonsten, aus unserer Sicht, der vielleicht beste Multiplayer-Shooter des Jahres.

Langzeitmotivation

Fast 260 Stunden sprechen bei der Langzeitmotivation für sich. Für ein Spiel das gerade mal 29 USD kostet und nur eine spielbare Karte hat, ist das natürlich ein herausragender Wert. Trotzdem sind wir schon auf die angekündigten Maps gespannt und darauf was Bluehole Entertainment sich noch einfallen lässt um die Spieler bei Laune zu halten.

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